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02 · VERBINDEN

Standortvernetzung & Remote Access

Mehrere Standorte sicher zu verbinden ist mehr als ein VPN-Tunnel. Entscheidend sind Skalierbarkeit, Redundanz, automatische Pfadwahl und ein Design, das bei zusätzlichen Filialen nicht immer komplexer wird.

ARCHITEKTURVERGLEICH

Statisch geplant oder dynamisch verbunden?

Beide Ansätze nutzen IPsec. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie Tunnelbeziehungen entstehen, wie Branch-to-Branch-Verkehr läuft und wie gut die Architektur mit zusätzlichen Standorten skaliert.

KLASSISCHES IPSEC

Feste Tunnelbeziehungen

statisch
Klassisches IPsec Drei Filialen sind mit festen Tunneln an eine Zentrale angebunden. Branch-to-Branch-Verkehr läuft über die Zentrale. Zentrale Filiale 1 Filiale 2 Filiale 3 Branch-to-Branch über Hub
01Einfach bei wenigen Standorten

Sehr gut nachvollziehbar, wenn die Topologie klein und stabil bleibt.

02Mehr manueller Aufwand

Mit jeder zusätzlichen Verbindung steigt der Pflege- und Routing-Aufwand.

03Branch-to-Branch oft indirekt

Verkehr läuft häufig über die Zentrale. Direkte Full-Mesh-Tunnel sind möglich, müssen aber statisch geplant und gepflegt werden.

FORTINET ADVPN 2.0

Dynamische Shortcuts

dynamisch
ADVPN 2.0 Die Filialen sind am Hub registriert und können bei Bedarf dynamische direkte Shortcuts untereinander aufbauen. Hub Filiale 1 Filiale 2 Filiale 3 Shortcut bei Bedarf
01Direkte Branch-to-Branch-Wege

Benötigte Shortcuts können dynamisch zwischen Filialen entstehen.

02Besser skalierbar

Die Topologie muss nicht für jede neue Kommunikationsbeziehung statisch vorgebaut werden.

03Stark mit SD-WAN

Mehrere WAN-Pfade können zusätzlich nach SLA, Verfügbarkeit und Performance gesteuert werden.

KURZ GESAGT

Klassisches IPsec ist für wenige, stabile Standorte oft die einfachere Wahl. ADVPN 2.0 wird interessant, wenn viele Branches, dynamische Kommunikation und eine stärker automatisierte Standortvernetzung gefragt sind.

Wann ist ADVPN 2.0 sinnvoll?

Vor allem bei mehreren Filialen, redundanten WAN-Anbindungen und dem Wunsch nach zentraler Steuerung kann ADVPN 2.0 in Kombination mit SD-WAN die Architektur deutlich vereinfachen. Statt jede Kommunikationsbeziehung statisch vorzubauen, können benötigte Direktverbindungen dynamisch entstehen.

Typische Ausgangssituationen

  • Mehrere Niederlassungen mit unterschiedlichen Internetanschlüssen
  • Glasfaser oder DSL mit LTE/5G als Backup
  • Site-to-Site-Tunnel werden mit jeder Filiale unübersichtlicher
  • Direkte Kommunikation zwischen Filialen ist gewünscht
  • Anwendungen sollen automatisch den geeigneten Pfad verwenden

Beispiel-Use-Case

Ein Unternehmen betreibt mehrere Niederlassungen. Jede Filiale besitzt eine primäre Internetleitung und optional LTE oder 5G als Backup. SD-WAN kann Verfügbarkeit, Latenz und Paketverlust überwachen und den Datenverkehr anhand definierter Regeln auf geeignete Pfade lenken.

Kommunizieren zwei Filialen häufig miteinander, kann ADVPN einen direkten dynamischen Shortcut zwischen den Branches ermöglichen. Der Nutzdatenverkehr muss dadurch nicht dauerhaft über die Zentrale geführt werden.

Nicht immer ist die komplexere Lösung die bessere

Für zwei oder drei Standorte mit einfachen und stabilen Anforderungen kann klassisches Site-to-Site-IPsec völlig ausreichend sein. Entscheidend ist nicht die größtmögliche technische Komplexität, sondern eine Architektur, die zum Betriebsmodell, den Ausfallanforderungen und der geplanten Skalierung passt.