Wann ist ADVPN 2.0 sinnvoll?
Vor allem bei mehreren Filialen, redundanten WAN-Anbindungen und dem Wunsch nach zentraler Steuerung kann ADVPN 2.0 in Kombination mit SD-WAN die Architektur deutlich vereinfachen. Statt jede Kommunikationsbeziehung statisch vorzubauen, können benötigte Direktverbindungen dynamisch entstehen.
Typische Ausgangssituationen
- Mehrere Niederlassungen mit unterschiedlichen Internetanschlüssen
- Glasfaser oder DSL mit LTE/5G als Backup
- Site-to-Site-Tunnel werden mit jeder Filiale unübersichtlicher
- Direkte Kommunikation zwischen Filialen ist gewünscht
- Anwendungen sollen automatisch den geeigneten Pfad verwenden
Beispiel-Use-Case
Ein Unternehmen betreibt mehrere Niederlassungen. Jede Filiale besitzt eine primäre Internetleitung und optional LTE oder 5G als Backup. SD-WAN kann Verfügbarkeit, Latenz und Paketverlust überwachen und den Datenverkehr anhand definierter Regeln auf geeignete Pfade lenken.
Kommunizieren zwei Filialen häufig miteinander, kann ADVPN einen direkten dynamischen Shortcut zwischen den Branches ermöglichen. Der Nutzdatenverkehr muss dadurch nicht dauerhaft über die Zentrale geführt werden.
Nicht immer ist die komplexere Lösung die bessere
Für zwei oder drei Standorte mit einfachen und stabilen Anforderungen kann klassisches Site-to-Site-IPsec völlig ausreichend sein. Entscheidend ist nicht die größtmögliche technische Komplexität, sondern eine Architektur, die zum Betriebsmodell, den Ausfallanforderungen und der geplanten Skalierung passt.